Malen als Prozess

Februar 2, 2026

In vielen kreativen Bereichen liegt der Fokus stark auf dem Ergebnis. Ein Bild soll „gelingen“, gefallen oder bestimmten Erwartungen entsprechen. In der intuitiven Malerei verschiebt sich dieser Fokus bewusst.

Hier steht der Prozess im Mittelpunkt.
Das Malen selbst – das Wahrnehmen, Entscheiden, Verwerfen und Weitergehen – ist der eigentliche Kern der Arbeit. Das fertige Bild ist nicht Ziel, sondern Folge.

Wenn der Anspruch an ein bestimmtes Ergebnis zurücktritt, entsteht Freiheit. Farbe darf ausprobiert werden. Formen dürfen sich verändern. Fehler verlieren ihre Bedeutung. Stattdessen entsteht ein Dialog zwischen Malerin und Bild.

Dieser prozessorientierte Ansatz erfordert Vertrauen:
Vertrauen in den eigenen Impuls.
Vertrauen in das Entstehenlassen.
Vertrauen darin, dass sich ein Bild entwickeln darf.

Gerade in Workshops zum intuitiven Malen zeigt sich immer wieder, wie entlastend diese Haltung wirkt. Ohne Leistungsdruck entsteht Raum für Präsenz, Konzentration und kreativen Ausdruck. Viele Menschen erleben dabei eine neue Qualität von Aufmerksamkeit – ruhig, fokussiert und zugleich offen.

Das Ergebnis darf entstehen.
Aber es muss nicht erzwungen werden.

Malen als Prozess bedeutet, dem Bild zu folgen – nicht es zu kontrollieren. Und genau darin liegt oft seine größte Kraft.