Intuitive Malerei – was sie ist (und was nicht)
Januar 15, 2026
Intuitive Malerei ist kein Stil im klassischen Sinn.
Sie folgt keiner festen Technik, keinem vorgegebenen Motiv und keinem ästhetischen Ideal. Vielmehr entsteht sie aus dem Moment heraus – aus Wahrnehmung, Präsenz und innerem Impuls.
Im Unterschied zur gegenständlichen oder konzeptuellen Malerei steht bei der intuitiven Malerei nicht das geplante Ergebnis im Vordergrund. Der Malprozess selbst ist zentral. Farbe, Bewegung und Struktur entwickeln sich im Tun. Entscheidungen entstehen nicht aus dem Kopf, sondern aus dem Kontakt mit dem Bild.
Wichtig ist dabei: Intuitive Malerei ist kein „freies Drauflosmalen“. Sie erfordert Aufmerksamkeit, innere Klarheit und die Bereitschaft, Kontrolle loszulassen. Der Prozess ist offen, aber nicht beliebig. Jede Geste, jede Farbschicht steht in Beziehung zum bisherigen Geschehen auf der Leinwand.
Was intuitive Malerei nicht ist:
- keine Technikschulung
- keine therapeutische Methode
- kein schneller Weg zu „schönen Bildern“
Was sie sein kann:
- ein Zugang zu vertiefter Wahrnehmung
- eine Form zeitgenössischer abstrakter Kunst
- ein Prozess, der Präsenz und Klarheit fördert
Viele Betrachter:innen spüren bei intuitiven Werken eine besondere Wirkung. Das liegt daran, dass diese Bilder nicht erklären oder darstellen wollen. Sie lassen Raum – für Interpretation, Resonanz und persönliche Erfahrung.
Intuitive Malerei lädt dazu ein, langsamer zu schauen. Und vielleicht auch, sich selbst ein Stück bewusster wahrzunehmen.



